Archiv der Kategorie 'Politik und Wahnsinn'

Riesensauerei: Der „Let women die“ Act passiert das US Repräsentantenhaus

Was für eine Schweinerei!
Schwangere sollen jetzt in den USA vor den Augen von Ärzten, die ihnen nicht helfen, sterben.

Das o.g. Gesetz besagt, daß Frauen keine lebensrettende medizinische Hilfe bekommen, wenn dadurch eine Abtreibung zustande käme – auch wenn sie dann sterben.

Das Gesetz:

prohibits women from buying health insurance plans that cover abortion under the Affordable Care Act and makes it legal for hospitals to deny abortions to pregnant women with life-threatening conditions. […]
An even more controversial aspect of the bill would allow hospitals that are morally opposed to abortion, such as Catholic institutions, to do nothing for a woman who requires an emergency abortion procedure to save her life. Current law requires that hospitals give patients in life-threatening situations whatever care they need, regardless of the patient’s financial situation, but the Protect Life Act would make a hospital’s obligation to provide care in medical emergencies secondary to its refusal to provide abortions.
(Quelle: http://www.huffingtonpost.com)

und

„According to the American Journal of Public Health, Catholic hospitals already have a years-long history of ignoring the emergency care law to avoid performing abortions.“ (ebd.)


Etwas mehr Erklärung:

The sponsors of the Protect Life Act have a question few ever ask: what happens when a patient requires an emergency abortion to save her life? Proponents want to empower hospitals to simply let the woman die.
The bill … is an amendment to the 2010 health care reform law that would modify the way Obamacare deals with abortion coverage…. [C]ritics say a new section of the bill inserted into the language just this week would go far beyond Stupak, allowing hospitals that receive federal funds but are opposed to abortions to turn away women in need of emergency pregnancy termination to save their lives. […]
[Rep. Joe Pitts’ (R-Pa.)] bill would free hospitals from any abortion requirement under EMTALA, meaning that medical providers who aren’t willing in terminating pregnancies wouldn’t have to — nor would they have to facilitate a transfer. (Quelle: http://www.washingtonmonthly.com


Etwas weniger freundlich formuliert – zu Recht – Jodi Jacobson und nennt das Gesetz den „Let-women-die-Act“
Quelle: http://www.rhrealitycheck.org

Today the GOP-led House of Representatives, with the blessings and encouragement of the United States Council of Catholic Bishops and extremist religious groups such as the Family Research Council, passed a bill in a vote of 251 to 172 that would, among other things, allow doctors and hospitals to „exercise their conscience“ by letting pregnant women facing emergency medical conditions die.
Yes. Die.
This is what the Republicans called the „Protect Life Act.“ And no, I am not kidding.
House Minority Leader Nancy Pelosi called it what it is… „a savage assault on women’s health.

Was die „Life protection“ nennen, ist also eine massive, gemeine Todesdrohung für jede Schwangere, die in irgendeine medizinische Notlage geraten könnte. Was für ein Wahnsinn! Wie kann sowas passieren? In einer so genannten Zivilisation? Ach ja, stimmt. Ist ja kein Einzelfall. Polen, ihr wisst schon, das Land direkt an Deutschland angrenzt, sieht das ja ganz genauso. Der europäische Gerichtshof für Menschenrechte war schon mehrmals damit befaßt, daß Schwangere nicht die nötige Hilfe bekommen, wenn es Baby-gegen-Frau steht.
Das Lebensrecht des Ungeborenen wird einfach immer höher bewertet, was im Umkehrschluss bedeutet, daß eine Frau, die im Leben steht und wer weiß was sonst noch alles tolles oder wichtiges tut (z.B. für weitere Kinder…) kein Lebensrecht mehr hat. Wie krass, ich bin jedesmal wieder völlig platt davon!

Eigentlich müsste ich diesem Thema noch mal einen langen, langen Thread widmen. Aber die Zeit, ich hab keine.
Fürs erste als Ersatz der Verweis auf Sarah Diels „Abortion Democracy“

ZDF Championsleague Deal

Wo bleibt eigentlich die Kritik von Links?

Vom „Express“ bis „BILD“ – alle heulten auf, wenn sie vom Fußball-Deal des ZDF berichten. Sogar ein „Sportausschusses des Deutschen Bundestages“ meldet sich auf Nachfrage zu Wort, Sat.1 prüft als unterlegener Bieter rechtliche Schritte dagegen.

Warum die Aufregung? Das ZDF hatte sich (am 05.04.2011) Rechte für die Übertrag der Fußballspiele des Männerfußballs der „Champions League“, auch mal „europäischen Fußball-Königsklasse„oder auch „Eliteklasse“ genannt, für geschätzte 50 Millionen Euro jährlich gesichert. (lt. Spiegel BILD, Express, Welt. FAZ abweichend: 06.04: 54 Mill). Kein Grund zur Freude für die, die sonst nicht genug vom Männerfußball haben können – sondern „Ein Skandal“ (FAZ, 06.04.2011, S. 33).
Wenig später folgten weitere Fußball-Deals, am 21.05.2011 haben die öffentlich-rechtlichen Sender für geschätzte 180 Millionen Euro noch Senderechte an den Spielen der Frauen- und der Herrenfußballnationalmannschaft erworben, die Rechte an der Ausstrahlung der Spiele der 3. Liga und der Frauen-Bundesliga – bis zum Jahr 2016. (24.05, FAZ)

Die geneigte Sportkritikerin findet das aus vielen Gründen doof: Fußball ist doch dieser schlimme Männersport, in dem Rollenklischees und Sexismus in Bezahlung, Vermarktung und im Stadion zementiert werden. Zielgruppe und Helden sind vor stets Männer. (Ich will die Marginalisierung von Frauen im Fußball hier nicht festschreiben, sondern gerade beklagen, ebenso wie die Vorherrschaft nur einer „deutschen“ Sportart!)
Und warum überhaupt soviel Kohle für einen Sport im Fernsehen und für „Spitzensport“ ausgeben, anstatt mal öffentliche Anlagen zu fördern, in denen sich Hinz und Kunz gesundheitsfördernd oder einfach mal zum Spaß körperlich betätigen können? Ganz zu schweigen von fehlenden oder überteuerten, privatisierten Schwimmbädern allerortes, alles wahrlich bessere Projekte zur Bezuschußung als eine Championsleague.

Aber alle diese Klagen sind im Blätterwald unterrepäsentiert. Eine von öffentlich-rechtlichen Sendern ausgegebene Summe von 180 Mill € steht insgesamt für Sportrechteshit im Raum. Thema des Geschimpfes sind natürlich nicht oben genannte Erwägungen oder die Frage danach Männerfußball wirklich so toll sei und soviel Geld wert ist – Beklagt wird zum Beispiel über die Benachteiligung der armen, armen, Privatsender:

2013 ist das Jahr der Rundfunkgebührenreform. 2011 ist das Jahr der Sportsenderechte. Beide werden in die Rundfunkgeschichte eingehen als die Jahre, in denen ARD und ZDF durchmarschiert und davongezogen sind – der Konkurrenz der privaten Sender und den Gebührenzahlern. […]
Für Privatsender ist so etwas nicht mehr zu bezahlen. Wenn Pro Sieben Sat.1 oder RTL mitbieten, wissen sie, dass sie pro Spiel mit einem Verlust von zwei bis drei Millionen Euro rechnen müssen – die sich durch die Werbung im Programm nicht refinanzieren lassen. Kommt – wie beim Verkauf der Champions League und des jetzigen Pakets – die Preistreiberei hinzu, ist das Rennen von vornherein so gut wie gelaufen.(FAZ)

Auf den Punkt gebracht von der Financial Times:

[…] Zum Verdruss der Privaten: Denn das gebührenfinanzierte ZDF wildert immer öfter in deren Revier
(das Revier der Privaten ist nach dem Artikel übrigens alle jüngere Zuschauerinnenschaft. Lustig.)

Betrachtet man die konkreten Kritikerinnen unter diesem Aspekt, ist nicht verwunderlich, daß sich Leute wie RTL Medienpolitiker auf einmal als Verteidiger der Qualität und der Kunden generieren. Außer der direkten Konkurrenz schimpfen auch CDU Politker und FDP, die geistigen Väter (auch Mütter?) des Privatfernsehens also:

Ganz anders sieht das natürlich die private Konkurrenz, und sogar RTL, früher selbst langjähriger Inhaber der Champions-League-Rechte, mischt sich ein. „Es ist faszinierend, wie das ZDF in Zeiten, in denen die Gesellschaft eine kritische Auseinandersetzung mit dem Umgang mit Gebühren fordert, das Geld mit vollen Händen rauswirft, um etwas anzubieten, was der Zuschauer längst hatte – und zwar ohne einen Cent unserer Gebühren“, sagte Tobias Schmid, Bereichsleiter Medienpolitik der Mediengruppe RTL. (Welt, spiegel artikel ist vergleichbar)

und ausgerechnet BILD zitiert im Kampf für die Hochkultur des Fernsehns:

Bisher lief die Champions League beim Privatsender Sat.1. „Wir, die Zuschauer und Gebührenzahler, erhalten also nichts Neues, keinen Mehrwert“, schreibt der TV-Produzent Günter Rohrbach in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“: „Wir zahlen 50 Millionen für etwas, das wir bereits hatten, ohne dieses Geld. Haben wir da ein gutes Geschäft gemacht?“ NEIN, findet FDP-Medienexperte Burkhardt Müller-Sönksen: „Das ZDF hat den Bogen überspannt. Wo ist hier der Maßstab, wenn ein öffentlich-rechtlicher Sender mit Gebührengeldern international auf Shoppingtour geht? Die Rundfunkräte des ZDF müssen jetzt ihrer Verantwortung gerecht werden und diese Auswüchse stoppen.“ CDU-Medienexperte Marco Wanderwitz: „Mehr Geld für teure Sportrechte bedeutet, dass weniger Geld für Kultur und Film ausgegeben werden kann. Das halte ich bei einem öffentlich-rechtlichen Sender nicht für gut.


Der FAZ (Gleicher Artikel wie oben)könnte man ernsthafte Besorgnis um die Qualität des Fernsehens schon eher abnehmen, aber nein, das ist nicht der Punkt:

Und die Fußballrechte gehen an – ARD und ZDF. Erst Champions League, jetzt die 3. Liga und die Spiele der Nationalmannschaft. So wird der populäre Spitzensport im Fernsehen zum Monopol der Öffentlich-Rechtlichen. Ist das „Grundversorgung“?

Lustig an diversen FAZ Kommentaren war insbesondere, daß sie letztlich nicht anzweifeln, daß Männerfußball auf jeden Fall Grundversorgung sei, sondern nur fanden, daß die doch auch von Privaten geleistet werden könne oder wenigsten nicht so teuer sein solle. Letztlich steht dann aber doch dahinter, daß auch andere Leistungen der Öffentlichen ohne weiteres ohne Belastungen für die Gebührenzahlerinnen und Zahler erbracht werden könnten – oder?

Die Zeit interviewt den ZDF Sportchef (klar, alles Männer, die mit Fußball zu tun haben..), natürlich nur in Sorge um die Ausgewogenheit und nicht mit klassisch liberalen Privatisierungshintergedanken:

ZEIT ONLINE: „Es geht also nur danach, was die Leute interessiert? Ausgewogenheit ist bei Ihnen kein Kriterium?
Gruschwitz: Was die Leute interessiert, ist das oberste Kriterium – wir können ja kein Programm machen, was am Zuschauer vorbeigeht. “ […]
ZEIT ONLINE: Sie werden ab 2012 die Bundesliga, die Nationalelf und die Champions League zeigen. Ist das nicht zu viel Fußball?
Gruschwitz: Nein, weil der Fußball keinen anderen Sport verdrängt, wenn wir die Champions League übertragen. Die Champions League findet an Dienstag- und Mittwochabenden statt, an denen sonst kein Sport gesendet wird. Das weitere Sportprogramm wird nicht unter unserem Engagement für die Champions League leiden.
ZEIT ONLINE: Aber die Sportberichterstattung wächst auf Kosten von Politik oder Kultur?

Die ernstgemeinte Frage nach dem, was Auftrag der öffentlich-rechtlichen Sender sei und was alles die Grundversorgung der Bügerinnen und Bürger mit Information und Kultur enthalten soll, ist eine sehr berechtigete. Leider wird sie praktisch nie gestellt, ohne gleichzeitig das System der öffentlich-rechtlichen Sender an sich anzugreifen und dabei die Privaten als Ach-so-tolle-Alternative anzupreisen. Sie wird, anders gesagt immer nur hervorgezogen, wenn einer totale Liberalisierung und Marktorientierung auch des Fernsehns das Wort geredet wird.

Selbstverständlich gibt es zahlreiche berechtigte Klagen über Programminhalte
Gehört Männerfußball oder Männerboxen oder Formel1 echt zur Grundversorgung?!, Muß „Rote Rosen“ öffentlich rechtlich finanziert und ausgestrahlt werden? Warum gbt es im ZDF eigentlich so viele Filme mit und über Adelige, sowohl bei Romanverfilmungen als auch bei Dokus?*
oder über über das Programmschema
Kann man nicht mehr Infomation senden? Wieso wird Aspekte so spät gesendet? Warum wird der Informationsanteil nicht erhöht?. Wieso kommen Spielfilmedelsteine und Erstausstrahlungen im ZDF prinzipiell nach Null Uhr?.

Die Leute, die sich in den genannten Artikeln für die Kultur und die Qualitätsberichterstattung stark machen, setzen sich im echten Leben nicht besonders dafür ein, hochwertige Dokumentationen statt „Reality“ wie „Frauentausch“ oder „Die strengsten Eltern der Welt“ auszustrahlen. Oder gar weniger Sexismus im Fernsehn zuzulassen, um zum Schluß mal einen ganz neuen Anspruch einzubringen.
Alle beide Debatten, sowohl die um die armen Prvatsender als auch die Diskussion um die Grundversorgung durch öffentlich rechtliche sind zu diesem Zeitpunkt Scheindebatten. Beide kommen mir spanisch vor und sind wenig mehr außer Ausweise für – offenbar gelungene – medienpolitische PR Maßnahmen. Vor einigen Jahren war es nämlich offenbar überhaupt kein Problem, das Geld mit vollen Händen für dummen Sport mit dummen Kommentatoren und Zielgruppe Männer rauszuschmeissen. Eine Meldung von 2001, die mir zufällig bei der Rechereche in die Hände fiel

Die öffentlich rechtlichen Sender ARD und ZDF einigten sich mit der Kirch-Gruppe für die Übertragung der Fußball-Weltmeisterschaft 2002 und voraussichtlich auch 2006 auf eine Summe von rund 750 Millionen Mark.
(FAZ)

Mal ehrlich: 750 Millionen Mark – das ist doch mehr als 50 oder auch 150 Mill Euro? Warum jetzt die Aufregung?
Obwohl die Debatte um Qualitätsfernsehen – bitteschön von den öffentlich rechtlichen, für die wir alle (spätestens ab 2013) zahlen, mich brennend interessieren würde, lässt mich dieses Getöse kalt.

*Nachtrag: Meine Güte! Ich habe gerade die Homepage „ZDF Royal“ gefunden. Aua!

Sehr coole Übersichtsseite: Gender – Chancengleichheit im Arbeitsleben

Diese coole Seite, die ich gerade wieder in meinen Favoriten „gefunden“ habe, möchte ich wirklich mal weiterempfehlen.
http://www.box2.boeckler-boxen.de/1124.htm

Ich mag ja Zahlen in der Diskussionum die Geschlechterungleichheit sehr gerne. Nicht weil ich irgendwie fixiert bin, sondern da ich meine, daß „harte Fakten“ einfach auch für die unwilligste Person nicht wegzuleugnen sind. Die bieten daher einen großen Überzeugungsbonus bieten wenn man jemandem klarmachen will, daß es in Deutschland (und Europa) mit der angeblich schon erreichten Emanzipation nicht besonders weit her ist.
Auf der Seite sind alle möglichen Zahlen zusammengestellt, die man sonst mühsam suchen müsste. Ob der Einkommensunterschied zwischen Männern und Frauen( „Gender Pay Gap – Frauen kriegen 23 Prozent. weniger), Zahlen zu Unternehmenleitungen (Natürlich mehr Männer, wer hätte das gedacht), Zahlen zum Nutzen arbeitsmarktpolitischer Förderprogramme (Männer profitieren häufiger!).

Insofern: Danke, liebe Böcklers für dieses nette Handwerkszeug.
Das wars auch schon. Enjoy!

Zoll kontrolliert jetzt Push-up BHs

In einem netterweise auch sexismussensiblen Blog, der eigentlich viel zu Überwachung und so schreibt fand ich diese Kuriosität, die ich denn auch gleich weitergeben will:
Fefes Blog: 500g Kokain in Push-Up-BH Er verweist auf die Meldung im Spiegel

„Ihre Oberweite kam den Zöllnern spanisch vor: Im Zug von Amsterdam in die Schweiz sprachen Beamte eine 52-Jährige auf ihren auffälligen Push-up-BH an. Prompt verstrickte sich die Frau in Widersprüche – und im Polster der Unterwäsche fanden sich 500 Gramm Kokain.“

Die Badische Zeitung schreibt etwas sachlicher:

„Die üppigen Formen fielen Beamten des Hauptzollamtes bei einer Kontrolle im ICE auf, der von Amsterdam in die Schweiz fuhr.“

Fefe kommentiert das sehr angemessen, wie ich finde, denn er fragt nach den Nebeninformationen der Meldung. Und die wären:

    1. (Männliche) Zöllner glotzen der Frau auf den Busen und werten, welche Brust sie wie normal finden, was für Spiegel & Co offenbar ok ist.
    2. Aufgrund der Glotzergebnisse dürfen sie die Frau festhalten und befragen nach Dingen, die niemanden was angehen wie den Zweck der Reise.
    3. „dann gibt es eine Durchsuchung bis unter die Unterwäsche“.

und ich ergänze 4. die wird dann auch noch zerschnitten…

Fefe schlussfolgert, daß unser Staat schon ganz schön weit gekommen ist, was das Ende der Privatheit, die Überwachung und Normierung angeht. Hinzufügen möchte ich die Ergänzung zu Nr eins von Fefes Nebengeschichten, nämlich den allgegenwärtigen Sexismus, der natürlich bedeutet, daß Frauen auch überwachungstechnisch ein mehr an Diskriminierung erfahren. Wenn nämlich inzwischen jede Frau mit Push-up tendenziell bedenklich und verdächtig ist, dann hat die Mehrheit der jungen Frauen ein Problem.

(Exkurs: Ich tippe darauf, daß die meisten Frauen unter 20 (vielleicht ogar unter 30) gar keine Non-Push-ups besitzt. Habt Ihr mal in letzter Zeit versucht eine BH zu finden, der nicht pusht und polstert, was das Zeug hält? Gibts in den Läden fast gar nicht mehr! Allso Komplettuntersuchungen bis auf die nackte Haut für alle?!)

Aber weiter zu Geschlecht und Überwachung. Schon lange gibt es Studien und Ergebnisse, die mehr oder weniger eindeutig zeiegn, daß Überwachung Frauen mehr trifft, da die männlichen Beobachter ihrem Voyeurismus freien Lauf lassen.
Was für den Zöllner oben gilt, gilt auch für Überwachungskameras:

„Frauen fühlen sich jedoch explizit von dem belästigt und damit auch unwohl und unsicher, was Männer als Spaß ansehen bzw. was Männer denken, was Frauen gefällt – nämlich das Anstarren, Hinterherrufen etc. . Das Hauptproblem ist […] daß Videoüberwachung keineswegs das Anstarren oder andere Belästigungen durch Männer reduziert und viel mehr die ständige Beobachtung noch durch die Männer hinter den Kameras ergänzt wird. Das sonst so oft herangezogene subjektive Sicherheitsgefühl bzw. der bereits erwähnte ‘feel-good’ Faktor wird also für Frauen gar nicht verbessert. Daß dies tatsächlich so ist, belegt auch eine Studie der University of Hull, bei der 888 „targeted surveillances“ ausgewertet wurden: bei jeder zehnten Frau, die länger beobachtet wurde, geschah dies nur zum Zwecke des Voyeurismus .“

Quelle: Wehrheim, Jan (2000): Ein fast ignoriertes Überwachungsdrama – Zur technischen, politischen
und gesellschaftlichen Realität von Closed Circuit Televison. In: Forum Wissenschaft, Heft 2, 2000, S.34-40
(Seine Quelle(n): Brown, Sheila (1999): What´s the problem, girls? CCTV and the gendering of public safety. In: Norris, Clive / Moran, Jade / Armstrong, Gary a.a.O., S.207-220, Brown (1999), a.a.O. S. 218 | Armstrong, Gary /Norris, Clive (1999, S.98ff): The maximum surveillance society, Oxford/New York.)

Ich schlussfolgere tatsächlich, daß demnach Obrigkeitsstaat und Überwachung Frauen noch mehr tangieren als Männer.
Dies ist ein Work in Progress – wenn Ihr Gegenargumente findet -her damit!

SPD wirft Hohmann NICHT raus. Aber warum?

Ist es nicht interessant, daß die SPD Sarrazin nicht rauswerfen kann oder will, die CDU echte Entgleisungen aber durchaus ahndet, und zwar ohne viel Gerede und Zack-Zack. Mein Parallelbeispiel zu Sarrazin wäre nämlich Martin Hohmann, der rechte Fuldaer Bundestagsabgeordnete, der im Juli 2004 trotz großen Rückhalts seines Wahlkreises aus der CDU und deren Bundestagssfraktion entfernt wurde, nachdem er antisemitisch aufgefallen war.
Erinnern wir uns: Hohmann am 3.10.2003 in seiner Rede „Gerechtigkeit für Deutschland“: „Juden waren in großer Anzahl sowohl in der Führungsebene als auch bei den als auch bei den Tscheka-Erschießungskommandos aktiv. Daher könnte man Juden mit einiger Berechtigung als Tätervolk bezeichnen.“

Woran liegt nun ein solch unterschiedliches Verfahren in den Parteien? An dem Bekenntnis der CDU zu Israel? Aber sollte sich die SPD nicht mindestens so sehr zu muslimischen Deutschen und den von Sarrazin in so ekligerweise verunglimpften Unterschichtsdeutschen bekennen?

Mindestens zum Sozialstaat sollte doch eine SPD in der Lage sein sich zu bekennen – denn nichts anderes als Sozialstaatlichkeit – und keine großzügige – sind Transpherleistungen wie Hartz IV. Er behauptet, Sozialleistungen würden dafür sorgen daß weniger Qualifizierte fruchbarer wären, und lügt damit herum (Es gibt nämlich gar keine Daten dazu!) und behauptet weiter, nur gebildete könnten auch gebildete Kinder hervorbringen. Was für eine Scheisse! Wohlstandsrassismus ist das dann wohl.

Vielleicht ist das der Grund, warum er in der SPD bleiben darf? Denn schließlich ist es in der Partei im Trend, daß nicht mehr jedes Kind „Gleich viel Wert“ ist, und Gutverdienende reichlich staatliche Transferleistungen, genannt „Elterngeld“ erhalten, Arme denn eben auch mal nix für die Sicherung der Renten oder schlicht Ihre Würde. Nicht vergessen: Ursula hat’s zwar durchgesetzt, die Idee kam aber von Frauenministerin Schmitt aus der SPD.

Sarrazin verunglimpft Arbeitslose nicht erst seit seinem Bestseller: Wir erinnern uns: Sarrazin fiel schon 2008 als Berliner Finanzsenator auf mit seinem Drei-Tage-Speiseplan für Hartz-IV-Empfänger, der behauptete Arbeitslose könnten sich doch schon für 3,76 € statt des Hartz-Regelsatzes von 4,25 € „völlig gesund, wertstoffreich und vollständig ernähren“, wie S. in der „Welt“ rausposaunen durfte, dabei aber auch souverän verschwieg, daß Kinder sowieso nur für 2,28 € etwas zum Essen bekommen dürfen. Und auch damals durfte er ohne weiteres SPD Mitglied bleiben und im Amt noch dazu. Der Wahnsinn hat Methode und ist in sich stimmig.

Hohmanns Homepage 2003

Die ostdeutsche Frau. Sie ist unkompliziert.

Schon ein paar Tage alt, nämlich vom 27.03.2011, aber trotzdem:
„Wir Ossis sind nicht bekloppt“ ….sagt Wahlgewinnler und CDU-Fraktionsvorsitzender Sachsen-Anhalt, ein gewisser Reiner Haseloff, der dann wohl Ministerpräsident wird. Und beweist das Gegenteil: (mehr…)

Wahnsinnig strahlend

Schon seit 28.04 ist alles gnaz schön schimm. Als Reaktion auf Fukushima wurden nämlich nicht die Kontrollen auf radioaktiv verseuchte Produkte/Lebensmittel/Dinge verschärft, sondern – ganz im Gegenteil – erstmal die Grenzwerte raufgesetzt. Logo, gell?
Erzählt hat das beispielsweise die Bundesverbraucherministerin Aigner auch erstmal niemanden, sondern faselt vielmehr was von „verstärkten Kontrollmaßnahmen“ und (mehr…)