Archiv der Kategorie 'Sexismus ist überall'

Zoll kontrolliert jetzt Push-up BHs

In einem netterweise auch sexismussensiblen Blog, der eigentlich viel zu Überwachung und so schreibt fand ich diese Kuriosität, die ich denn auch gleich weitergeben will:
Fefes Blog: 500g Kokain in Push-Up-BH Er verweist auf die Meldung im Spiegel

„Ihre Oberweite kam den Zöllnern spanisch vor: Im Zug von Amsterdam in die Schweiz sprachen Beamte eine 52-Jährige auf ihren auffälligen Push-up-BH an. Prompt verstrickte sich die Frau in Widersprüche – und im Polster der Unterwäsche fanden sich 500 Gramm Kokain.“

Die Badische Zeitung schreibt etwas sachlicher:

„Die üppigen Formen fielen Beamten des Hauptzollamtes bei einer Kontrolle im ICE auf, der von Amsterdam in die Schweiz fuhr.“

Fefe kommentiert das sehr angemessen, wie ich finde, denn er fragt nach den Nebeninformationen der Meldung. Und die wären:

    1. (Männliche) Zöllner glotzen der Frau auf den Busen und werten, welche Brust sie wie normal finden, was für Spiegel & Co offenbar ok ist.
    2. Aufgrund der Glotzergebnisse dürfen sie die Frau festhalten und befragen nach Dingen, die niemanden was angehen wie den Zweck der Reise.
    3. „dann gibt es eine Durchsuchung bis unter die Unterwäsche“.

und ich ergänze 4. die wird dann auch noch zerschnitten…

Fefe schlussfolgert, daß unser Staat schon ganz schön weit gekommen ist, was das Ende der Privatheit, die Überwachung und Normierung angeht. Hinzufügen möchte ich die Ergänzung zu Nr eins von Fefes Nebengeschichten, nämlich den allgegenwärtigen Sexismus, der natürlich bedeutet, daß Frauen auch überwachungstechnisch ein mehr an Diskriminierung erfahren. Wenn nämlich inzwischen jede Frau mit Push-up tendenziell bedenklich und verdächtig ist, dann hat die Mehrheit der jungen Frauen ein Problem.

(Exkurs: Ich tippe darauf, daß die meisten Frauen unter 20 (vielleicht ogar unter 30) gar keine Non-Push-ups besitzt. Habt Ihr mal in letzter Zeit versucht eine BH zu finden, der nicht pusht und polstert, was das Zeug hält? Gibts in den Läden fast gar nicht mehr! Allso Komplettuntersuchungen bis auf die nackte Haut für alle?!)

Aber weiter zu Geschlecht und Überwachung. Schon lange gibt es Studien und Ergebnisse, die mehr oder weniger eindeutig zeiegn, daß Überwachung Frauen mehr trifft, da die männlichen Beobachter ihrem Voyeurismus freien Lauf lassen.
Was für den Zöllner oben gilt, gilt auch für Überwachungskameras:

„Frauen fühlen sich jedoch explizit von dem belästigt und damit auch unwohl und unsicher, was Männer als Spaß ansehen bzw. was Männer denken, was Frauen gefällt – nämlich das Anstarren, Hinterherrufen etc. . Das Hauptproblem ist […] daß Videoüberwachung keineswegs das Anstarren oder andere Belästigungen durch Männer reduziert und viel mehr die ständige Beobachtung noch durch die Männer hinter den Kameras ergänzt wird. Das sonst so oft herangezogene subjektive Sicherheitsgefühl bzw. der bereits erwähnte ‘feel-good’ Faktor wird also für Frauen gar nicht verbessert. Daß dies tatsächlich so ist, belegt auch eine Studie der University of Hull, bei der 888 „targeted surveillances“ ausgewertet wurden: bei jeder zehnten Frau, die länger beobachtet wurde, geschah dies nur zum Zwecke des Voyeurismus .“

Quelle: Wehrheim, Jan (2000): Ein fast ignoriertes Überwachungsdrama – Zur technischen, politischen
und gesellschaftlichen Realität von Closed Circuit Televison. In: Forum Wissenschaft, Heft 2, 2000, S.34-40
(Seine Quelle(n): Brown, Sheila (1999): What´s the problem, girls? CCTV and the gendering of public safety. In: Norris, Clive / Moran, Jade / Armstrong, Gary a.a.O., S.207-220, Brown (1999), a.a.O. S. 218 | Armstrong, Gary /Norris, Clive (1999, S.98ff): The maximum surveillance society, Oxford/New York.)

Ich schlussfolgere tatsächlich, daß demnach Obrigkeitsstaat und Überwachung Frauen noch mehr tangieren als Männer.
Dies ist ein Work in Progress – wenn Ihr Gegenargumente findet -her damit!

Ohne den Lambada hätt‘ ich das Gerät nicht genomme!

Aus unserer Serie: „Das Schlimme stribt nie“:
Der Lambada ist wieder da!
Wer hätte das gedacht, dass der etwas peinliche Sommerhit aus 1989, der vor allem Mütter und Ballermanntouristen erfreute wiederkehren würde. Aber, so die These, die schlimmen Sachen sterben ja nie aus.
Nach dem schon fast alles, was man gerne vergessen hätte gecovert wurde nun also Lambada. Interesant dabei: Niemand geringeres als Jennifer Lopez macht das, zusammen mit Schmuddelrapper „Pitbull“. Dass sie sich dafür hergibt? Die Frau ist doch reich und kann es sich vermutlich aussuchen? Ich find auch, sie sieht etwas traurig aus. Vielleicht wegen des Videos vielleicht?

Neben der Kuriostät Lambada ist wie in fast allen Musikvideos die Geschlechterkonstruktion interessant. Oder halt Indiz einer Normalität, zumindest der des Musikvideos. Jenny from the Block darf im hautengen Glitterganzkörperkondom rumtanzen, hat aber auch ein paar Dominanzgesten drauf, die eventuell bei Madonna gelaut sind (ich denke da an den Stock), Pitbull darf sich männlich inszenieren und männlich heißt im Musikvideo: Krass viel Muskeln oder viele nackte Girls. Muskeln hat er nicht, dann also Bikinigirls, die als Insignien der Macht neben seinen Throne dancen. UUUUUAAAA!

Jennifer Lopez
Tags: <a href=“http://www.viva.tv“>Viva TV</a>

Flo Rida: Turn around

Boah, ich hab schon soo viel Shit gesehen. Aber das hier kommt täglich auf MTV, nicht etwas als Werbung für windige Pornoseiten, die man eh besser nicht besuchen sollte bzw. bei denen man die gesalzene Rechnung oder den Virus zur Strafe kriegt.

Nochmal zurück dazu, warum ich mich hier aufrege. Flo rida, bei dem nicht nur der Name ausgesucht dumm und unorigninell ist, sondern auch die bisherigen „Hits“ wie „You spin me round“ oder wie-heißt-es-auf-jeden-Fall-ists-ein-Cover-von-I‘M-blue selten dämliche, peinliche Remakes ohne die Spur von Inspiration waren, hat nun einen neuen „tollen“ Song gemacht, mit David Guetta. Turn Around heißt das Machwerk es ist musikalisch arm, aber in Zeiten, in denen man sogar aus Lambarda einen Diskohit machen kann fällt es nicht weiter negativ auf — das wirklich Schlimme ist das Video:
http://www.mtv.de/videos/22707619-flo-rida-turn-around-5-4-3-2-1.html
Ab der zehnten Sekunde besteht das nämlich aus Frauen, die ihrem Arsch in die Karmera strecken, komisch wackeln usw.
Wie bitte kam das durch die Aufsichtsgremien??? Warum müssen damit ausgerechnet Kinder auf MTV bestrahlt werden? ich finds sexistische Kackscheisse in Reinform, sowohl die Körper des „Sängers“ als auch der Arschwackelfrauen, die Inszenierung natürlich sowieso.

Hammer, Hammer, Hammer. IGITT, Kapitalismus ist doch scheiße!
Hier das Video auf MTV, danach kommen Screenshots.

Flo Rida

Nun werdet Ihr einwenden, daß der Typ schon auch eine Geschlechterinszenierung darstellt und der damit ja auch gar nicht gut wegkommt und schließlich den halben Tag für seine Muskeln trainieren muß. Und ein bisschen was ist dran, aber eben nur ein bisschen was. Denn: Ja, er stellt seinen Körper aus und dar. Eine Inszenierung von Männlichkeit, ganz klar. ABER er singt auch noch. Er ist der Boss, um den die anderen herumdancen.
Er ist Chef, die Frauen sind, ja, was sind die? Unterwürfig, von Beruf vermutlich Stripperinnen? Er singt, aber die haben Nix im Leben, außer ihren hochsexualisierten Körper. Sie können nix, sie tun nix anderes als Hinternwackeln. Er ist Subjekt, sie sind Objekte, so ist das eben im Rapvideo. Ich hab mal an die Rundfunkaufsicht ne Meldung gemacht, mal sehen was dabei rauskommt.

Florida 1
Florida 2
Florida 3

Die ostdeutsche Frau. Sie ist unkompliziert.

Schon ein paar Tage alt, nämlich vom 27.03.2011, aber trotzdem:
„Wir Ossis sind nicht bekloppt“ ….sagt Wahlgewinnler und CDU-Fraktionsvorsitzender Sachsen-Anhalt, ein gewisser Reiner Haseloff, der dann wohl Ministerpräsident wird. Und beweist das Gegenteil: (mehr…)