Dieter Bott Link gefunden

Nur ein kleiner Hinweis auf einen Text von Dieter Bott, den ich selbst schon gar nicht mehr digital hatte, sondern nur als lustige, chaotische Kopie wie Dieter Bott sie gerne auf Veranstaltungen verteilt. Toll, ich archiviere den mal für die Menschheit, da kann man ihn nochmal lesen.
http://theoriepraxislokal.org/rel/olymp-ja.php
Eine Miniglosse von Dieter Bott findet sich auch hier:
http://www.kritischelinke.de/unipress/UP343_scheiss_merchandise_dieter_bott.html

Dieter Bott, geistiger Vater des Ausdrucks „Sportifizierung“, mit dem ich hier bisweilen operiere war 1969 Mitbegründer des „Anti-Olympischen Komitees“ welches „Vögeln statt Turnen“ proklamierte und „Wettpennen“ veranstaltete. Bott möchte darauf aber nicht festgelegt werden. Als hauptberuflicher Sportkritiker, aber auch als Fanbetreuer und Hoschschuldozent, setzt er sich intensiv mit Sport (insbesondere Fußball) und Sportkritik auseinander. Er ist Autor von „Ball und Birne“ und hat so dies und das publiziert.

Fussball Merchandise Quatschprodukt

Und hier eines seiner Textfragmente:

„Im Lift nach oben fällt Oliver Kahns Frau Simone ein Ski-Stock aus der Kabine. „‚Um ein Haar wär ich da hinterhergesprungen‘ erzählt Kahn, der diesen Reflex, alles, was sich bewegt, fest zu halten, schon seit dem fünften Lebensjahr trainiert.“ (mobil 5/02) Mit seinem Vater, der erfolgreich beim Karlsruher SC spielte. „Dreimal wöchentlich Training reichten Kahn junior schon bald nicht mehr aus.“, erklärt Vater Kahn (Echo der Frau 23/02). Die systematische Zurichtung zum reflexartig agierenden Fachidioten, angetrieben von ehrgeizigen Eltern: Ist dies nicht das Wunschbild des begehrten Mitarbeiters für die Volkswirtschaft? Dieter Bott wird sich mit der „Durchkapitalisierung der Lebenswelt“ (Jürgen Habermas) beschäftgen, die ideologisch gefördert wird durch ihre Sportifizierung. Von den Kontaktanzeigen („Sportlicher Typ gesucht“) bis in die politisierten Feuilletons verwandelt die Gesellschaft ihre Mitglieder in das emotional zu begeisternde Publikum der Sport- und Fußball-Arena.“


Zum Thema Sportifizierung passt auch noch diese verlinkte Glosse von „Maxeiner & Miersch“ aus der Zeit ganz gut, die den Ausdruck auch ein wenig füllen…