Sportifizierung im frankfurter Römer

Sportifizierung – was ist das? Nun, nach Dieter Bott, einem 68er Urgestein, Fußballfan und Sportifizierungskritiker bedeutet es gaaanz knapp gesagt, daß die gesellschaft mit Idealen des Sports überflutet wird und versucht wird, diverse Lebensbereiche dem Sport nachzuformen. Beispiele:

  • Jubeln. Anstatt die Gesellschaft kritisch zu hinterfragen ist Jubeln von den Rängen ohne mitzutun ein Ideal
  • Leistung. Nicht das Mitmachen zählt, nur das Gewinnen bei vorgegebenen Regeln.
  • Spaß. Spaß ist kein Ziel des Sports! Es geht um Leistung oder allenfalls noch darum, den Mainstreambody zu formen.
  • Sportifizierung kann aber auch bedeuten, daß der doofe Sport allgegenwärtig ist. Ich hab Nichts gegen Sport, wirklich, ich sporte selbst regelmäßig. Aber wenn nun Dinge, die gar Nichts mit einer anderen Sache zu tun haben ständig mit dieser in Verbindung gebracht werden, ist das schon seltsam.

    Beispiel:
    Bei den Kommunalwahlen in FFM im März 2011 wird fürs wählen mit Fußball geworben und der Slogan wirbt mit dem „Team Römer“. HÄ?! Konkurrierende Parteien, die um Inhalte streiten und ringen sind EIN Team? Ich wüßte da so manche, mit denen ich nictht im Team sein wollte.
    Fraglich, wie da das Teamplay tatsächlich ausfallen wird. Und Kommunalpolitik ist so wichtig wie Fußball? Echt, sooo wichtig? Und deshalb soll man austehen und wählen gehen, wegen etwas, daß so wichtig ist wie Fußball?!
    Wer hat sich diesen Humbug bloß ausgedacht?

    Team Römer im März 2011, FFM